LRS/Legasthenie und/oder Dyskalkulie stehen schon vor Studienbeginn fest   

Steht eine LRS/Legasthenie und/oder Dyskalkulie bereits vor Beginn des Studiums fest, liegt vielen der Betroffenen ein fachärztliches Attest vor, welches für den Antrag auf Nachteilsausgleich benötigt wird. Ebenso ist es hilfreich, von der Schule, Förderinstituten oder einer/m Lerntherapeuten/in Nachweise einzureichen. Die Universitäten unterscheiden sich allerdings darin, wie genau ein Antrag auf Nachteilsausgleich auszusehen hat und welche Dokumente im Einzelnen eingereicht werden müssen. Man sollte sich am besten an die Beratungsstellen der Universitäten wenden. Meist sind hier die Beratungsstellen für Studierende mit chronischer oder psychischer Erkrankung oder Behinderung zuständig. Eine Beratung ist auch später im Studium möglich. Allerdings sollte man für den ersten Antrag auf Nachteilsausgleich besser 6 bis 8 Wochen an Bearbeitungszeit für die Prüfungsämter einplanen.


LRS/Legasthenie und/oder Dyskalkulie fallen erst im Studium auf

Leider kommt es immer wieder vor, dass LRS/Legasthenie und/oder Dyskalkulie erst im Studium auffällt. In diesem Fall hat der Betroffen keine Nachweise zur Vorlage für den Erhalt des Nachteilsausgleiches vorliegen und muss eine Testung nachholen (siehe Testung ab dem 18. Lebensjahr).

Es sollte an der entsprechenden Universität nachgefragt werden, welche Bescheinigung von welchem Institut anerkannt wird bzw. welche Aussagen in der Bescheinigung enthalten sein sollte, damit die Prüfungskommission sie anerkennen kann. Da es viele unterschiedliche Prüfungskommissionen gibt, wird leider oftmals unterschiedlich damit umgegangen.


Nachteilsausgleich

Einen Notenschutz gibt es für die Universitäten in NRW nicht. Jedoch gibt es einen Nachteilsausgleich. Hierzu ist wie folgt im Hochschulgesetz NRW unter Paragraph 64 (2a) wie folgt festgehalten: „Die Regelungen über den Nachteilsausgleich nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 5 können insbesondere Abweichungen im Hinblick auf die Ableistung der Prüfung, auch hinsichtlich ihrer Form, auf die Dauer der Prüfung, auf die Benutzung von Hilfsmitteln oder Hilfspersonen sowie auf die Zahl und die Voraussetzungen für die Wiederholung von Prüfungsleistungen vorsehen; der Nachteilsausgleich wird auf Antrag einzelfallbezogen gewährt. Er soll sich bei Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, soweit nicht mit einer Änderung des Krankheits- oder Behinderungsbildes zu rechnen ist, auf alle im Verlauf des Studiums abzuleistenden Prüfungen erstrecken. Die Sätze 2 und 3 gelten für den Erwerb einer Teilnahmevoraussetzung im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 2 entsprechend.“

Um Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen zu können ist in der Regel ein formloser Antrag sowie ein fachärztliches Attest einzureichen. In diesen Unterlagen sollte enthalten sein, welche Art und welcher Umfang des Nachteilsausgleichs benötigt werden.


Studium an der Universität zu Köln

Der Nachteilsausgleich bezieht sich in der Regel auf Klausuren, Referate und Hausarbeiten. Es gibt aber auch Möglichkeiten eines Nachteilsausgleichs für Studienleistungen sowie für die Organisation und Durchführung des Studiums. In der Beratung im Servicezentrum Inklusion kann besprochen werden, welcher Nachteilsausgleich für die jeweilige betroffene Person am sinnvollsten erscheint. Welche Nachteilsausgleiche gewährt werden können, hängt auch von den Anforderungen der einzelnen Studiengänge ab.

Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs wären z.B.

  • Schreibzeitverlängerung bei Klausuren,
  • Verlängerung der Vorbereitungszeit bei mündlichen Prüfungen,
  • Verlängerung der Bearbeitungszeit um tatsächlich anfallende Pausenzeiten,
  • Prüfungen in separaten Räumen mit eigener Aufsicht,
  • Verlängerung der Bearbeitungsfristen von Haus- und Abschlussarbeiten,
  • Änderung der Prüfungsform,
  • Erlaubnis der Nutzung von persönlicher Assistenz und technischen Hilfsmitteln,

Auf der Website der Universität zu Köln finden sich weitere Details. Ansprechpartnerin ist derzeit (Stand Oktober 2019) Frau Tamara Ehmer-Hahn und Frau Anna-Linda Sachse (Servicezentrum Inklusive). Nachteilsausgleich Uni Köln

Darüber hinaus hat das Servicezentrum Inklusion für Studierende der Universität Köln eine Diagnostik für Teilleistungsstörungen im Bereich der Lese-Rechtschreib-Kompetenzen an. Auf Basis der Diagnostik wird ein Gutachten erstellt, welches die Auswirkungen der Beeinträchtigung auf das Studium beschreibt und ggf. Nachteilsausgleiche empfiehlt.

Dieses Angebot richtet sich an Studierende der Universität zu Köln und ist kostenfrei.
Stand Oktober 2019