Merkmale, Begleiterscheinungen

Von Dyskalkulie Betroffene haben oftmals Lernerschwernisse wie zum Beispiel in der visuell-räumlichen Wahrnehmungsverarbeitung, Probleme in der motorischen Entwicklung oder der Wahrnehmungsintegration oder im Bereich der Konzentration.

In der Folge der Rechenproblematik entstehen häufig psychische Probleme. Hier einige Beispiele:

  • Betroffene Schüler benötigen oft mehr Zeit und einen höheren Konzentrationsaufwand als andere Kinder für die gleichen Aufgaben. Dadurch ermüden rechenschwache Kinder häufiger und schneller. Im Unterricht zeigt sich dies oft dadurch, dass sie unruhiger werden der sich Auszeiten nehmen, indem sie träumen (Achtung: Es besteht die Gefahr einer Fehldiagnose ADS/ADHS). Ein Kind mit Dyskalkulie/Rechenschwäche bringt oft mehr Geduld und Konzentration mit als ander Kinder, da es gelernt hat, stets länger an den Aufgaben zu sitzen und komplizierte Rechenwege zu gehen.
  • Wenn die Dyskalkulie/Rechenschwäche in der Schule nicht erkannt wird, sind gezielte Nachthilfe oder tägliche Übungsstunden zu Hause oft erfolglos und der falsche Weg. Denn dabei wird das Kind „nicht an der Stelle“ abgeholt, wo es in seiner mathematischen Entwicklung stehen geblieben ist. Die Versagensängste werden durch ungeeignete Fördermaßnahmen geschürt und das Kind hält sich oft für dumm, da es selbst die Richtigkeit der Maßnahme nicht bewerten kann. Daraus ergibt sich, dass Betroffene mit jedem Misserfolg eventuell neue Verhaltensauffälligkeiten entwicklen können.
  • Bei den Hausaufgaben kommt es häufig zu Streitigkeiten zwischen den Eltern und Kindern – aus Unwissenheit. Dadurch entsteht Druck beim Kind, es hat das Gefühl, die Bezugsperson wie Eltern und Lehrkräfte dauernd zu enttäuschen.
  • Vor Mathearbeiten und Tests kann es zu psychosomatischen Beschwerden kommen wie z.B. Bauch- oder Kopfschmerzen oder andere Symptome.
  • Betroffene haben oftmals das Gefühl, den Erwartungen der Lehrer, der Eltern und Mitschülern nicht zu entsprechen und nicht zu genügen.
  • Rechenschwache Kinder begleiten häufig Vorwürfe von Lehrern, Mitschülern und Eltern: Sie seien zu faul, zu dumm und zu langsam. Dies führt letztlich zu einem sehr geringem Selbstwertgefühl.
  • Es kann sogar soweit kommen, dass rechenschwache Schüler von Mitschülern bloßgestellt und ausgegrenzt werden, was wiederum zu Schulangst führt.
  • Geht die Schule nicht auf die Dyskalkulie/Rechenschwäche ein und erhält das Kind keinen Nachteilsausgleich, kann es sogar die spätere Schullaufbahn (z.B. Empfehlung für eine weiterführende Schule) negativ beeinflussen.
  • In höheren Klassenstufen (4., 5., 6. Klasse) ist bei Schülern mit guten Kompensationsressourcen (allgemein gute kognitive Ressourcen, keine zusätzlichen Teilleistungsstörungen) häufig das deutlich langsamere Arbeitstempo beim Rechnen der einzige Hinweis auf das Vorliegen einer Rechenstörung, auch im Ergebnis testpsychologischer Untersuchungen.