Der LRS-Erlass in NRW gilt für die Primarstufe und die Sekundarstufe I. Für die gymnasiale Oberstufe finden sich amtliche Regelungen und Vorgaben in folgenden Dokumenten:

Generell gilt, dass es in der Sekundarstufe II weiterhin einen Nachteilsausgleich geben kann, einen Notenschutz jedoch nicht mehr. Der Nachteilsausgleich in der Sekundarstufe II gilt für Menschen mit „besonders schwerer, nicht therapiebarer LRS“. Er kann aus einer Verlängerung der Prüfungszeit und aus sonstigen Ausnahmen vom Prüfungsverfahren bestehen. Wichtig ist, dass die Schule auch zuvor, also in den Klassen bis zum Eintritt in die Oberstufe, eine Nachteilsausgleich gewährt hat und dass dies in der Schülerakte dokumentiert worden ist.

Der Nachteilsausgleich wird im Unterricht selbst, bei Klausuren sowie bei mündlichen Prüfungen umgesetzt. Die Entscheidung über eine Gewährung des Nachteilsausgleichs liegt beim Schulleiter; nur bei der Abiturprüfung entscheidet die obere Schulaufsicht, also die Bezirksregierung. Bei einer Fortführung aus der Sekundarstufe I ist ein Neuantrag nicht zwingend vorgesehen, es sei denn, es liegt ein Schulwechsel vor. Wird ein Neuantrag gestellt (von Eltern oder Lehrkräften) sind zur Begründung Nachweise wie Attest, medizinische Diagnosen oder Bescheinigungen über die Teilnahme an Fördermaßnahmen vorzulegen.

 

Bewertung der RS-Leistungen in Klausuren

Sprachliche Fehler bei Klausuren in der Sekundarstufe II werden in Deutsch und den Fremdsprachen über einen entsprechenden Punktabzug noch vor Berechnung der Gesamtnote berücksichtigt.

In den anderen Fächern gilt, dass zunächst eine Endnote aufgrund der fachlichen Leistung errechnet wird. Bei gehäuften sprachlichen Verstößen kann dann diese Note abgesenkt werden, und zwar in der Einführungsphase (erstes Jahr der Oberstufe) um eine ganze Notenstufe (aus einem ‚befriedigend‘ würde dann ein ‚ausreichend‘ werden). In der Qualifikationsphase kann eine Absenkung um bis zu zwei Notenpunkten erfolgen (also zum Beispiel ‚befriedigend minus‘ statt ‚befriedigend plus‘).

Die nachträgliche ‚Absenkungsregel‘ gilt deshalb nicht für Deutsch und die Fremdsprachen, da die sprachlichen Verstöße ja bereits schon vorher, also vor Bildung der Endnote, eingerechnet wurden. Andernfalls würden sie ja doppelt gezählt.

In der Sekundarstufe II wird der Nachteilsausgleich nicht auf dem Zeugnis vermerkt.