Rechenschwäche – mögliche Hinweise im Vorschulalter

Schon vor dem Schulbeginn erwerben Kinder zahlenbezogenes Wissen. Dabei gibt es beachtliche individuelle Unterschiede.

Mathematische Vorkenntnisse zeigen sich beispielsweise im:

  • Mengenvorwissen (Wo liegen mehr Plättchen?)
  • Verständnis für Größen und Formen (Gegenstände nach Länge/Größe/Form sortieren, verschiedene Formen wie Dreieck und Kreis unterscheiden können)
  • Simultanerfassung kleiner Mengen (z.B. 3 oder 4 Plättchen ohne zu zählen erfassen oder Anzahl der Punkte auf einem Würfelbild erkennen)
  • Vorwärtszählen bis 10 oder 20
  • Rückwärtszählen ab 10
  • Zuordnung von Zahlwort und Zahlobjekt (jeder Zahl genau einen Namen zuordnen)
  • räumliche Anordnung (oben-unten, links-rechts, vor-hinter)
  • Ordinalzahlaspekt (z.B. zeige mir das dritte Plättchen oder z.B. anhand von Steckwürfeln: „Stapele 5 Steckwürfel aufeinander, zeige mir dann den dritten Steckwürfel“)

Leider existieren bis heute noch zu wenig Studien uund daraus resultierende gesicherte Erkenntnisse über die Entstehung einer Rechenschwäche. Auditive und visuelle Wahrnehmungsprozesse spielen eine Rolle, darüber hinaus erwähnen Forscher Faktoren wie genetische Prädisposition (Veranlagunng), Hirnreifestörung sowie psychologische und psychosoziale Aspekte, die zu Schwierigkeiten des mathematischen Verständnisses führen können. Hinweise, dass Kinder schon vor Schulbeginn Tendenzen aufweisen, können sein, dass sie Spiele ablehnen, bei denen gezählt werden muss, dass sie bei Vergleichen nicht sagen können, ob ein Gegenstand größer, kleiner, dicker oder dünner ist und dass sie richtungsweisende Bezeichnungen wie oben, unten, links und rechts dauerhaft verwechseln. Genau wie bei der Vermutung vorschulischer Anzeichen für LRS ist es ratsam, dass Eltern, wenn sie sich Sorgen machen, ihre Beobachtungen mit den ErzieherInnen in der Kita und mit dem Kinderarzt besprechen. Dann kann abgeklärt werden, ob Maßnahmen zur frühen Förderung und Prävention angebracht sind.