Es gibt prinzipiell drei Orte, an denen eine Förderung stattfinden kann: die Schule, das Elternhaus und/oder ein therapeutisches Institut. Welcher Förderort am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Bedingungen ab und kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Wenn eine Förderung an mehr als einem Ort geschieht, ist es unbedingt erforderlich, dass sich die Beteiligten an einem gemeinsamen Konzept orientieren.

Weiterhin ist zu beachten, dass betroffene Kinder und Jugendliche in der Schule nach anderen Gesichtspunkten ermittelt und gefördert werden als in einer außerschulischen Einrichtung.

 

Förderort Schule
siehe: schulische Förderung

 

Förderung in außerschulischen Einrichtungen

Neben einer im besten Fall bereits bestehenden schulischen Förderung kann eine weitere Förderung durch Lernzentren und -institute oder in therapeutischen Praxen (zum Beispiel Logopädie, Ergotherapie) stattfinden. Erfolgt die Kostenübernahme über das Jugendamt, ist man an die Institute gebunden, die mit dem Jugendamt einen Vertrag abgeschlossen haben.

In der Ergotherapie werden zunächst verschiedene Grundvoraussetzungen für die Erlernung der Lese- und Schreibfähigkeiten überprüft. So wird festgestellt, in welchem Bereich (zum Beispiel auditive/visuelle Wahrnehmung, Sensomotorik, Sprachverständnis, Merkfähigkeit) Schwierigkeiten vorliegen.

Weiterhin wird das Niveau schriftsprachlicher Grundfertigkeiten wie phonologische Bewusstheit, Graphem-Phone-Korrespondenz, Silbenebene, Leseflüssigkeit, Leseverständnis usw. festgestellt, um dann spezifische Fehlertypologien zu bestimmen und daraufhin einen gezielten Förder- bzw. Therapieplan aufzustellen.

Die Diagnose wird mit Hilfe von diversen standardisierten Tests (unter anderen Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (BISC), Zürcher Lesetest (ZLT II), Diagnostischer Rechtschreibtest (DRT 1-5)) sowie auch durch gezielte Beobachtung durchgeführt.

Wichtig bei allen Therapieformen ist ein individueller Ansatz, um das Kind bestmöglich zu fördern sowie eine gute Kooperation zwischen Schule, Therapeut und Eltern.

 

Förderort Elternhaus

  • Akzeptanz,
  • Zutrauen,
  • Geduld,
  • kurze, übersichtliche und kontinuierliche Lerneinheiten (mit klar definiertem Ende),
  • viele Pausen,
  • keinen Druck ausüben, eventuell „professionelle“ Hilfe bei Hausaufgaben,
  • Hilfe geben, wenn nötig,
  • dabei bleiben, wenn Kind Übungen macht,
  • reizarme Umgebung,
  • Wochenende und Ferien sind freie Zeit,
  • Lob, gegebenenfalls auch ein „Bonussystem“ einführen,

 

Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Therapeuten

Die Zusammenarbeit von Eltern, Schule und Therapeuten ist sehr wichtig. Durch den regelmäßigen Austausch kann so am besten auf die Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden, ein individueller Förderplan erstellt und der Förderprozess optimiert werden.

Eine genaue und individuelle Diagnose ist maßgeblich für den Erfolg der Förderung. In Absprache mit den Eltern und Lehrern werden Förderziele erstellt und eine Arbeitsteilung besprochen (Woran wird wo und wann gearbeitet?). Kurze, sich oft wiederholende und auf den Leistungsstand des Kindes angepasste Übungseinheiten lassen sich beispielsweise gut in den Wochenalltag integrieren.